LTE-Speedtest.io

Die besten Speedtests für LTE - Anbieter, Nutzen und Tipps

Auf dem Mobilfunkmarkt findet seit nunmehr 7 Jahren eine echte kleine Revolution statt. Der neuste Standard LTE (Long Term Evolution) verspricht ultraschnelles Highspeed-Internet per Funk mit bis zu 500 Megabit pro Sekunde. Vorrangig spielt LTE, auch 4G genannt, für die Erschließung von Regionen ohne DSL-Zugängen eine entscheidende Rolle. Internet per Funk kann problemlos mit kabelbasierten Breitbandtechniken, wie VDSL oder Glasfaser konkurrieren. Zumindest aus dem Blickwinkel der Übertragungsleistung. Doch Praxis und Werbeversprechen klaffen wie bekannt nicht selten weit auseinander. Ein Speedtest für LTE bietet die Möglichkeit zur Überprüfung.


Mit LTE Speedtest verfügbare Datenrate ermitteln

Wer schon LTE nutzt, sollte in regelmäßigen Abständen einen Test durchführen und die Geschwindigkeit objektiv ermitteln. Insbesondere aber nach der ersten Inbetriebnahme der LTE-Anlage. Denn es ist eher die Ausnahme, dass tatsächlich die maximale Datenrate anliegt, die man gebucht hat. Mittels Speedtest ermittelt man die Abweichung in weniger als 1 Minute und erhält einen aktuellen Status quo. Auf Basis mehrerer Messwerte lassen sich dann auch Möglichkeiten zur Verbesserung eruieren.


Wo kann ich testen?

Es gibt eine Vielzahl bekannter Speedtests im Internet, die aber eher auf kabelbasierte Breitbandtechniken, wie DSL, Kabel-Internet oder VDSL konzipiert sind. Wirklich nennenswerte Speedtests für LTE/4G finden sich nur sehr wenige im Internet. Zumindest solche, die wirklich etwas taugen. Bei nicht wenigen kommen nur billige vorgefertigte Scripts zum Einsatz, deren Ableger man massenhaft im Internet findet. Einer davon geht zudem über Testserver in Großbritannien - die Ergebnisse sind aufgrund der hohen Distanz entsprechend bescheiden bis vollkommen unrealistisch. Bei der Recherche fanden wird im Wesentlichen 3 seriöse Möglichkeiten zur Speedanalyse, die unseren Tests nach sehr valide sind.

Platz 1: Zunächst wäre da der Speedtest von lte-speedcheck.net (Favorit). Der Test ist optisch ansprechend und ausgelegt auf extrem schnellere Zugänge mit bis zu 600 MBit/s. Zumindest nach Angaben auf der Webseite - dank Verwendung spezieller Highpeed-Testserver. Selbst das neue LTE-Advanced, was ab Anfang einigen Jahren eingeführt wird, sei kein Problem. Die neuen Netze sollen bis zu 375 MBit/s bieten. Neben der Downstream-Geschwindigkeit, bestimmt der Speedtest gleich noch die Leistung des Upstreams, also zum Senden, und die Ping-Zeit. Letztere gibt vereinfacht gesagt an, wie lang ein Server im Mittel benötigt, um eine Anfrage zu beantworten. Niedrige Werte sind vor allem für Online-Computerspiele wichtig. Dann sollte der Wert nicht über 90 Millisekunden liegen.

Platz 2: Ebenfalls sehr genaue Ergebnisse spuckte der Speedtest unter lte-anbieter.info aus. Auch dieser Service ist uneingeschränkt zu empfehlen und ist offensichtlich sehr beliebt. Wie schon im ersten Tipp, können die Ergebnisse in Form einer kleinen Grafik in Blogs oder Foren bequem geteilt werden. Dazu muss einfach nur der zum Schluss generierte Bildcode kopiert und am Zielort eingefügt werden.

Platz 3: Vielleicht etwas ungewöhnlich aber mitunter effektiv! Der Speedtest über den Download von Dateien von einem leistungsstarken Server. Die Seite speedtestx.de stellt extra dafür spezielle Test-Downloadfiles zur Verfügung (nicht komprimierbar). Damit lässt sich einfach und unkompliziert die "echte Downloadrate ermitteln. Und das sogar völlig technologieneutral! Selbst mit Hybriden Anschlüssen aus DSL und LTE läuft der Downloadtest problemlos und liefert praxisnahe Testergebnisse. Eine ähnliche Alternative sind noch Homepages mit starken Servern, wie heise.de oder zdnet.de einen größeren Download mit um die 100 MB. Auch so kann man relativ unversperrt die Übertragungsrate beim Herunterladen der Datei im Browser beobachten. Allerdings muss man in all diesen Fällen richtig umrechnen, um auf die gängige Einheit Kbit/s oder MBit/s zu kommen! Beispiel: Zeigt der Firefox eine Downloadrate von 300 KByte/s an (Kilobyte/s), entspricht dies 2400 Kbit/s bzw. 2,4 MBit/s. Man muss also einfach mit 8 multiplizieren. Nachteil der Variante: Die Uploadrate ist ebenso wenig bestimmbar, wie die Latenzzeit (Ping).


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Wovon hängt die (reale) Geschwindigkeit bei LTE ab?

Anders als z.B. DSL, unterliegt die Funktechnik LTE einer Vielzahl von Einflussfaktoren, die die Transferrate positiv oder negativ beeinflussen können. Als Referenzwert bei einer Messung gilt, klar, die vom Provider maximal in Aussicht gestellte Leistung. Beim Tarif „Vodafone Zuhause M“ sind das rund 21,6 MBit/s. Die Gigacube-Tarife von Vodafone hingegen, arbeiten mit bis zu 150 MBit (CAT4). Die meisten LTE-Kunden kommen ohne Optimierung der LTE-Anlage meist nur auf 50-70 Prozent der gebuchten Rate. Wer LTE Zuhause als DSL-Ersatz verwendet, kann z.B. je nach Position des Routers schon deutlich abweichende Messergebnisse erhalten. Entscheidend zum Erreichen der bestmöglichen Geschwindigkeit ist die LTE-Signalqualität. Gängige Einflussfaktoren sind:

  • das Wetter (Nebel, Regen, Schnee),
  • Distanz zum Sendemast (!),
  • fehlende Sichtverbindung zum Sendemast (Bebauung, Wald oder hohe Gebäude dazwischen),
  • bauliche Isolatoren am/im Haus,
  • technisch bedingte Reflektionen und Überlagerungen der Funkwellen,
  • die LTE-Anlage selbst - also Art der verwendeten Hardware, ggf. Antennen, Kabel (Stichwort Dämpfung) etc.

Zudem kann noch ein weiterer Faktor den LTE-Speed ausbremsen. Und zwar die Zahl der User, die über einen Sendemast aktuell eingeloggt sind. Letztendlich ist 4G ein sogenanntes „shared medium“. Die begrenzten Ressourcen müssen sich lokal alle Nutzer teilen. In Stoßzeiten kann es also zu Engpässen kommen, auch wenn der schnellste Tarif mit 50 bzw. 100 MBit gebucht wurde. Aus unserer Praxiserfahrung, ist dies in der Regel zwischen 19 und 22 Uhr der Fall. Einzelne Messungen spiegeln also kaum ein valides Bild Ihrer Leitungsqualität bzw. Geschwindigkeit wieder. Die folgende Excelmappe (Libre-Office) hilft Ihnen bei der Berechnung eines aussagekräftigen Mittelwertes. Führen Sie dazu über den Tag verteilt mehrfach Speedtest durch und notieren die Ergebnisse darin. Der errechnete Mittelwert ist dann Richtungsweisend.
» Download Messdatei-Vorlage


Verbesserung der Speed-Werte

Wer auch bei mehrmaligen Tests an verschiedenen Tagen oder Uhrzeiten (wichtig) erhebliche Defizite feststellt (nutzen Sie unsere Vorlage), ist wahrscheinlich zu weit von der Sendestation entfernt und die Signalstärke zu gering. Die effektivste Lösung ist die Installation einer LTE-Antenne außerhalb der Wohnung. Dadurch erreicht man fast immer eine erhebliche Verbesserung. Solche Spezialantennen gibt es mittlerweile zuhauf im Fachhandel ober bei Ebay erhältlich. Und zwar in zahlreichen Typ-Variationen und in Preisklassen von rund 50-150 Euro. Als sehr platzsparend und effektiv hat sich die Novero-Antenne (ehemals Funkwerk-Dabendorf) für LTE800 mit 2x2 MIMO bewährt. Der Preis liegt bei rund 80 €, also auf einem recht günstigen Niveau. Ein weiterer Vorteil dieser Antenne ist, dass keine extrem genaue Ausrichtung auf den Sender erfolgen muss, wie etwa bei Yagi-Antennen (sehen aus, wie alte Analog-TV-Richtantennen). Für alle, die in einem Radius von 3-8 Kilometer vom Sendemast wohnen, reicht diese externe Antenne meist vollkommen aus. Richtantennen empfehlen sich erst ab größeren Distanzen zwischen 10 und 15 Kilometern.


Häufige Fehlerquellen, die die Testergebnisse nachteilig beeinflussen

Noch ein Tipp vor der Durchführung eines der Speedtests. Unsachgemäßer Gebrauch kann nutzerseitig Verfälschungen der Testwerte verursachen. Stellen Sie daher sicher, dass vor dem Speedtest …

  • … keine Downloads laufen,
  • der Internetanschluss auch von anderen Programmen gerade nicht genutzt wird,
  • und kein anderer im Haushalt surft. In seltenen Fällen können zudem Security-Suiten negativ auf die Tests wirken, da diese den Internetverkehr ja zunächst analysieren auf mögliche Gefahrenpotenziale. Wenn möglich empfiehlt sich daher die Deaktivierung für den Test. Sollten sich keine Unterschiede ergeben, kann dies in Zukunft natürlich wegelassen werden.


Verfügbarkeit steigt

Wie schon angedeutet, spielt LTE momentan seine Stärken insbesondere als DSL-Alternative in ländlichen Gefilden aus. Dort können nun nahezu alle Interessenten Internetzugänge mit bis zu 50 MBit erhalten. Aber auch als Datenboost für Smartphones oder Surfsticks kommt der 4G-Standard schon seit längerem zum Einsatz. Nachdem im Mai 2010 die Netzfrequenzen in Deutschland versteigert worden, dauerte es gerade mal 2,5 Jahre, also bis Ende 2012, bis fast alle weißen Flecken der Breitbandkarte als erschlossen galten. Zumindest zu 90% laut Bundesnetzagentur.

Der Stand Mitte 2017 kann sich durchaus sehen lassen. Die drei großen Mobilfunkprovider Vodafone, Deutsche Telekom und O2 haben erhebliche Summen investiert und echte Pionierarbeit geleistet. Knapp führend in Sachen LTE-Ausbau ist bis dato die Telekom. Der Konzern verweist auf eine Verfügbarkeit, die rund 90 Prozent der Bundesbürger umfasst. In absoluten Zahlen also ca. 67 Millionen. Dazu nahm Vodafone in der genannten Zeitspanne bis dato schon nahezu 10.000 Sendestationen in Betrieb. Vodafone rangiert in leichtem Abstand auf Platz 2. O2 geizt etwas mit Zahlen. In etwa sind hier 70 Prozent erschlossen.